Müller-Thurgau

Die Keuzungseltern der 1882 von Dr. Hermann Müller im schweizerischen Kanton Thurgau gezüchteten Rebe waren lange umstritten, so wurden anfangs Riesling x Silvaner als Eltern angenommen, manche Autoritäten behaupteten der Züchter habe nur zwei Riesling- Varianten miteinander gekreuzt. DNS-Tests zeigten, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling x Madeleine Royale handelt. Nach dem 2. Weltkrieg gewann die ertragsichere und leicht kultivier-bare Rebsorte an Interesse. Damit wurden bis Mitte der 70er Jahre große Flächen mit Müller-Thurgau aufgerebt, so ist diese Rebsorte mit 143,43 ha im Weinbaugebiet Saale- Unstrut unter den Weißweinen am stärksten vertreten.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Frühe Reife und damit verbundene geringe Lageansprüche, aber empfindlich gegen Trockenheit, ausreichende bis mäßige Winterfrostfestigkeit und Holzreife, gehört zu den krankheitsanfälligen Sorten, hohe Blühfestigkeit und Ertragsicherheit bei hohen Ertägen

     Weine
Leichte blumig-fruchtige Weine mit feinem Muskataroma und milder reifer Säure
 
Grüner Silvaner

Die Herkunft der Rebsorte wurde kontrovers diskutiert. So versuchte man die Herkunft von einer römische Rebe herzuleiten, Plinius (23-79 a.D.) beschrieb in seinem Werk "Historia naturalis" die apanische Rebe die in ihren Merkmalen dem Silvaner ähnelt. Vermutungen über eine fränkische Abstammung , abgeleitet von der Bezeichnung Vinum franicum (=fränkisch) wurde ebenfalls wiederlegt. In den heutigen Lehrbüchern wird die Heimat des Silvaners nach Transsilvanien (Siebenbürgen) in Rumänien gelegt, dabei geht man von einer Entwicklung aus Wildreben, die an den Ufern der Donau (Vitis vinifera L. var. Caucasica V.) wuchsen, aus.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Mittlere Lageansprüche, jedoch nicht für ausgesprochen trockene Hanglagen mit flachgründigen Böden, mäßige Winterfrostfestigkeit und Holzreife, mäßige Anfälligkeit gegen pilzliche Erreger, Ertragtreue bei relativ hohen Erträgen, mittelspäte Reife

     Weine
Ausgewogene, spritzige Weine mit frischen grünen Aromen (Gras) und leichten Fruchtnoten (z.B. Banane)
universale Speisenbegleiter, idealer Spargelwein
 
Weisser Burgunder

Der Weiße Burgunder ist eine Mutation des Ruländers oder Grauburgunders, welcher wiederum aus dem Blauen Spätburgunder entstanden ist. Der Ruländer zeigt auch heute noch gelegentlich an einzelnen Stöcken Triebe mit blauen und weißen Trauben. Bekannt ist der Weißburgunder seit den 14. Jahrhundert und kann urkundlich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Im 17. Jahrhundert fand die Rebsorte Einzug in die Weinberge von Burgund, von hier erfolgte die Ausbreitung in andere Weinbaugebiete.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Hohe Lageansprüche gehört aufgrund der Qualitätsanforderungen in gute, warme Lagen, ausreichende Winterfrostfestigkeit und gute Holzreife, geringe Krankheitsanfälligkeit, Ertragschwankungen, mittelspäte Reife

     Weine
Aromatische, vollmundige, extraktreiche Weine mit ausgeprägten Fruchtaromen (Apfel, exotische Früchte) und ausgewogenen Fruchtsäuren, die hochwertigeren Qualitäten präsentieren sich vollmundig und elegant
 
Grüner Riesling

Mit letzter Genauigkeit kann die Herkunft der "Königin der Weißweine" nicht bewiesen werden. Die Geschichte ist jedoch fast ausschließlich mit einer deutschen Heimat verbunden. So wird geschrieben, dass König Ludwig der Deutsche (843-876) die Sorte erstmalig am Rhein pflanzen ließ, wo er die heimischen Sorten verdrängte. Auch in die Pfalz, an den Rhein und an die Mosel wird die Urheimat des Rieslings gelegt. Damit wird immer wieder zu Ausdruck gebracht, dass die Rebsorte sich aus der am Rhein heimischen Wildrebe Vitis vinifera var. Silvestris entwickelt haben soll. Die in Deutschland am weitesten verbeitete Rebsorte (Anbaufläche >21.500 ha) wird auch im Saale- Unstrut-Gebiet verstärkt nachgepflanzt.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Späte Reife bedingt höchste Lageansprüche bei geringen Bodenansprüchen, sehr gute Winterfrostfestigkeit und Holzreife, keine besondere Krankheitsempfindlichkeit, gute jährlich wenig schwankende Erträge

     Weine
Rassige, filigrane Weine mit ausgeprägter Aromatik, feine Fruchtsäure und Pfirsicharoma, außerdem Apfel-, Aprikosenaromen und Zitrusdüfte, ja nach Lage sind mineralische, stahlige Töne ausgeprägt, in der Alterung typische Petroltöne
 
Blauer Portugieser

Der Portugieser gelangte wahrscheinlich von Portugal oder Spanien nach Österreich und nahm von hier seine Verbreitung in die Mitteleuropäischen Weinbaugebiete, der Name "Autrichen" den die Franzosen dieser Rotweinrebe gaben spiegelt diesen Verbreitungsweg wieder. Der erste Anbau in Deutschland in der Gegend um Bad Dürkheim wird um 1800 datiert.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Mittlere Lageansprüche bedingt durch die frühe bis mittelfrühe Reife, Frostempfindlichkeit durch schlechte Holzreife, kräftiger und robuster, teilweise mastiger Wuchs, geringe Widerstandsfähigkeit gegen Oidium und Peronospora

     Weine
Süffige, milde, frische Weine mit typischen Aromen von Weichselkirsch und roten Beeren wie Holunder, Heidel- oder Johannisbeere, rubinrote Farbe
 
Blauer Spätburgunder

Der Burgunder gilt als eine der ältesten Rebsorten der Menschheit. Als Heimat gilt das Niltal, er könnte sich aus der Wildrebe Vitis vinifera occidentalis entwickelt haben. Seinen Weg nach Europa ist mit der Verbreitung der Rebkultur durch Phönizier, Griechen und Römer verbunden. Der Anbau im Burgund läßt sich bis ins 4.Jahrhundert zurückverfolgen. Später sollen Nachfolger Karl der Großen den Spätburgunder 881 aus dem Burgund an den Bodensee gebracht haben.1318 wird die Sorte in einer Urkunde des Klosters Salem und 1330 in einer Urkunde des Weinbauortes Affental (Ortenau) in Baden.
 
     Weinbauliche Eigenschaften
Hohe Lageansprüche besonders geeignet sind warme, lockere, fruchtbare und ausreichend feuchte Böden, gute Holzreife und ausreichende Winterfrostfestigkeit, keine betonte Krankheitsanfälligkeit, mittelfrühe bis späte Reife

     Weine
Vollmundig, samtige, seidige, körperreiche Weine mit breitem Aromenspektrum von Kirsche, dunklen Beeren, Erdbeere über Veilchen, Bittermandel bis zu herbstlich würzigen Tönen, rubinrote Farbe
 
Andre´

Die Kreuzung aus Blaufränkisch x St. Laurent wurde durch J. Horak in Velke Pavlovice (CZ) gezüchtet.

     Weinbauliche Eigenschaften
Hohe Lageansprüche aufgrund der gewünschten Qualitäten und der späten Reife, ausreichende Holzreife und mäßige Winterfrostfestigkeit, ertragreich

     Weine
Harmonische, samtige Weine mit einer von rustikalen Geschmacksfacetten und Taninen fein überlagerten angenehmen Fruchtsäure, breites Aromenspektrum von Fruchtaromen über Pfeffer, Paprika bis zu Schokolade und Kaffee
tiefdunkle,granatrote Farbe
besondere Empfehlung zu Wildgerichten oder mit Kräutern kräftig gewürzten Speisen
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