
Mit unsern Etiketten schlagen wir eine Verbindung zwischen 1000- jähriger Weinbaukultur,
über 500-jähriger Universitätstradition und dem studentischen Leben und Gebräuchen. So
entstammen einige unserer Motive aus studentischen Stammbüchern. Solche
Stammbücher wurden vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hinein von Studenten als
Erinnerungsbüchlein an die Studienzeit geführt. Dabei waren neben den anfangs in
Humanistenlatein verfassten Widmungen und Bekenntnissen auch Miniaturmalereien
beliebt, die entweder den sozialen Rang des Eintragenden markierten oder, wie im
Barrock häufiger, Szenen aus dem Studentenalltag schilderten. Solche wurden zumeist
bei heute unbekannten Künstlern in Auftrag gegeben. Seit dem 18. Jahrhundert legen die
zahlreichen illustrierten Eintragungen Zeugnis vom studentischen Leben und der
Freundschaftskultur an unserer Universität ab. Das erste Gelehrtenstammbuch wird dem
Wittenberger Theologen Abraham Ulrich (1526-1577) zugeschrieben.
Andere Motive zeigen das Studentenleben, die Universität und die Stadt Halle aus
früherer Sicht.
Die Gestaltung der Etiketten lag in den Händen des renomierten Grafikers und Designers
Lutz Grumbach. Der Druck wurde durch das Druckwerk in Halle/ Kröllwitz realisiert. Wir
danken für die Bereitstellung der Motive und für Zusammenarbeit mit den u.g. Institutionen
und ihren Vertretern.
Stammbuch des Friedrich August Nicolai
(1776-1789)
Halle, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen- Anhalt
Der Eintrag des Johannes Paul Pohlmann zeigt eine moralisierende Gouachemalerein mit "doppeltem Boden": Auf den ersten Blick sieht der Betrachter ein händehaltendes Liebespaar einträchtig an einem Tisch beim Weine sitzend, daneben auf dem Überblatt einen Jungburschenschaftler (Fuchs) Wache stehend, klappt man das Blatt hoch, erscheint dahinter ein gehörnter Ehemann ein Kind in der Wiege weigend.
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Stammbuch des Paul Serres (1747-1751)
Halle, Stadtarchiv
Als typisch für den studentischen Alltag an der Fridericiana wird hier in mehreren Szenen ein vorzugsweise an höfische Sitten orientiertes Leben vorgestellt: Streit mit Soldaten, Fechten, Musiziern, Schlafen, Zechen, Reiten, Billard spielen, Lesen... andere Illustrationen des Stammbuches schildern das studentische Leben (Tanzende Studenten auf einem Ball,vermutlich im halleschen Ratskeller) oder typische Marktplatzszenerien Studenten feiern eine Prorektorwahl, Studenten und Bürger auf dem Marktplatz, ein Aufzug der Halloren und belegen damit die zentrale Bedeutung dieses öffentlichen Raumes im Verhältniss zwischen Universität und Stadt.
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Fischerstechen der Halloren vor der neuen Residenz, 1750, Unbekannter Künstler
Halle, Stadtarchiv
Das Fischerstechen ist eine von der Salzwirkerbrüderschaft im Thale zu Halle gepflegte Tradition. Diesen seit 1676 überlieferten Brauch übernahmen die Halloren von den Fischern zu Kröllwitz. Das heute zum alljährlichen Laternen-fest durchgeführte Fischerstechen beschrieb J.B. Brieger wie folgt: "... kleiden sich weiß an, und putzen sich mit Blumenkränzen aufs prächtigste; dann besteigen sie die Kähne, fahren mit langen Stangen auf einander loß und suchen sich einander aus den Kähnen ins Wasser zu stürzen; wer die meisten ins Wasser geworfen hat ... erhält eine Belohnung an Gelde. Nach geendigtem Spiele wird gezecht und getanzt."
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Das erste Universitätsgebäude kurz nach seiner Vollendeung 1836 W. Breye- Farblitografie
Halle, Universität, Zentrale Kustodie
Dieser Steindruck ist die früheste Ansicht des Hauptgebäudes (Löwengebäude) kurz nach seiner Vollendung. Sie zeigt den Bau frei im Gelände, noch ohne die spätere, zur Spiegelstraße führende Freitreppe. Spazierende wandeln in Biedermeierkleidung in den gärtnerischen Anlagen.
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Blick vom Botanischen Garten auf Halle 1790
J.F. Nagel kolorierte Federzeichnung
Halle, Stadtarchiv
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